literaturfrey

Als ich vor fünfzehn Jahren meine südwestpfälzische Heimat verließ, tat ich das nicht aus Abscheu und Groll. Nicht, wie ich das, noch mal sieben Jahre zuvor bei meinen Fluchten nach Asien getan hatte. Sondern ich verließ sie aus Notwendigkeit. Mit meiner, wie man das heute nennt „Erwerbsbiographie“ war es nicht weit her. Ich hatte als Autodidakt und brotloser Künstler, der sich nicht einmal so nennen durfte, gelebt und musste, um irgendwie in eine stabile Lebenssituation zu kommen, an neuem Ort meine berufliche Basis verbessern.
So verließ ich meine Heimat. Ihre schönen, weiten Wälder, die Alleen und Flussauen, die ländliche Dörferkultur die mal hinterwäldlerisch, mal weingesellig, mal prachtvoll grün und mal von Atlantikregen tagelang grau, ihre Besucher überrascht und verwirrt.
Gedacht war das ganze für drei Jahre. Jetzt sind es fünfzehn. Warum ich nie zurück gegangen bin? Vielleicht, weil es im Leben nie ein Zurück gibt. Vielleicht, weil sich viele Bindungen…

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