Wer stürzte Österreichs Regierung?

Neue Spuren führen zu deutschem Innenministerium und BKA

Zwei Tage vor den EU-Wahlen steht der Putsch gegen Österreichs Regierung vor der Aufklärung. Die Alpenrepublik schickt sich an mit spektakulären Enthüllungen die Hintermänner des Regierungssturzes zu enttarnen. Doch Deutschland droht jetzt Ungemach. Denn die neusten Spuren führen direkt ins Herz der Merkel-Regierung.

Wie wichtig ein unabhängiger Journalismus für eine Demokratie sein kann, demonstriert dieser Tage wieder Österreich. In der Alpenrepublik enttarnten Journalisten, die diesen Namen noch verdienen, schonungslos die verbrecherische Gruppierung, die Vizekanzler Strache in Ibiza in die Falle lockte und den Sturz der österreichischen Regierung vorbereiteten. Besondere Verdienste erwarb sich dabei der TV-Sender OE24.TV.

Bereits am Mittwoch-Abend präsentierte OE24 in einer Sondersendung einen Insider, der alle maßgeblich beteiligten Firmen und Personen namentlich identifizieren konnte und den Ablauf der Falle gegen Vizekanzler Strache aufklärte. Siehe Video unten [1]. Seither ist beispielsweise bekannt, dass der in Teheran geborene Wiener Rechtsanwalt Dr. Ramin Mirfakhrai [2] maßgeblich an der Vorbereitung der Falle für den österreichischen Vizekanzler beteiligt war.

Der Zeuge Sascha Wandl berichtete bei OE24 weiter, dass es sich bei der angeblichen Oligarchen-Nichte, Aljona Makarowa, um eine angeworbene Prostituierte handelte, die speziell für diesen Auftrag ausgebildet wurde und benannte auch die Maklerin der Ibiza-Villa namentlich. Wandel identifizierte auch den Inhaber der Münchner „Sicherheitsfirma“ Konsic GmbH, als die Person, die das ursprüngliche Belastungsvideo erstellte, und an die deutschen Medien weitergab. Wandl gab auch weitere Einblicke in den Ablauf der Spionageoperation gegen Strache.

So erforderte die gesamte Vorbereitung des Anschlags auf Österreichs Regierung, nach dem OE24-Zeugen, mindestens 6 Monate Vorlaufzeit und den Einsatz von geschätzten 600.000 Euro an Operationsinvestitionen. Alleine diese Tatsachen lassen die die Urheberschaft von Medien und Privatpersonen für diese Anschlag auf Österreichs Regierung als unwahrscheinlich erscheinen.

Doch es geht noch weiter: Der Täter, die Sicherheitsfirma Konsic GmbH München, rühmt sich auf ihrer Website unter anderem damit, auch für das deutsche Bundeskriminalamt (BKA), das Bundesinnenministerium (BMI) und andere europäische Regierungen tätig zu sein. Wörtlich ist auf der Hompage der Firma dabei nachzulesen: „Zu den Klienten gehören renommierte internationale Unternehmen und Konzerne, sowie BKA, BMI und Regierungen innerhalb Europas. Siehe Link [3].

Und hier schließt sich der Kreis. Denn bereits direkt nach der Veröffentlichung des Belastungsvideos gegen den österreichischen FPÖ-Politiker Strache, äußerte sich der ehemalige Präsident des Bundesnachrichtendienstes Hanning in einem NTV-Interview so: „Offenkundig wird hier versucht Wahlen zu manipulieren“ [4]. Hanning verweist in dem Interview dabei immer wieder auf eine nachrichtendienstliche Operation als Ursache.

Auch Rudolf Adam, Ex-Vizechef des BND äußerte sich gegenüber dem Wochenmagazin Cicero in gleicher Weise. Er sagte: „Die Herstellung dieses Videos deutet darauf hin, dass es sich nicht um die Arbeit von Journalisten handelt, sondern professionelle Geheimdienstler am Werk waren. Die Aktion ist mit großem finanziellen und organisatorischem Aufwand vorbereitet und durchgeführt worden [5].Gleicher Ansicht war auch Ex Verfassungsschutz-Chef Maaßen. Und diese Personenkreise wissen in der Regel wovon sie sprechen.

Betrachtet man nun noch die Tatsache, dass auch die Süddeutsche Zeitung und der Spiegel die Öffentlichkeit belogen, als beide Medienhäuser direkt nach der Veröffentlichung behaupteten erst kurz zuvor Kenntnis von der Existenz dieses Videos erhalten zu haben, rundet sich das Bild ab. Denn tatsächlich, und das ermittelte die Bildzeitung, wurde dieses Video SZ und Spiegel erstmals 2018 für einen Millionenbetrag angeboten [6].

Spätestens ab diesem Zeitpunkt aber hatten dann auch sowohl die deutsche Politik als auch die deutschen Sicherheitsbehörden Kenntnis von der Existenz eines Videos, das geeignet war einen politischen Umsturz in Österreich herbeizuführen. Und Gelegenheit macht bekanntlich Diebe. Warum also sollte die deutsche Regierung die Gunst der Stunde verstreichen lassen, die für die deutsche Politik gefährliche Zusammenarbeit zwischen ÖVP und FPÖ nicht mittels eines Staatsstreiches zu beseitigen? Und das mit maximaler Wirkung vor wichtigen Wahlen.

Zu diesem mutmaßlichen Ablauf passt es dann auch, dass SZ und Spiegel dieses Video, dass in der Herstellung 600.000 Euro kostete und nach dem Zeugen Wandel einen Marktwert von bis zu 6 Millionen Euro hatte, kurz vor den wichtigen EU-Wahlen „kostenlos“ erhalten haben wollen. Denn anzunehmender Weise, dürfte der Chef der Konsic GmbH München, Julian Hessenthaler, nach heutiger Informationslage mit hoher Wahrscheinlichkeit aus den Schatullen der Berliner Regierungskreise entlohnt worden sein. Bezeichnenderweise ist Hessenthaler seither unauffindbar abgetaucht.

Verdächtig ist aber vor allem auch das beredete Schweigen des deutschen Journalismus in der gesamten Aufklärungsarbeit: Während Österreichs 4. Gewalt im Staat täglich neue Details zum Staatsstreich zu Tage fördert, glänzt die gesamte deutsche Medienwelt vor allem darin den Leumund des österreichischen Zeugen Sascha Wandel zu zerstören (Bildzeitung), und DIE WELT relativiert unter dem Mantel der „ausgewogenen Berichterstattung“ alle Spuren die in die deutsche Politik und Regierung führen. Beispielsweise im Beitrag: „Bundesregierung geht gegen Firma des angeblichen Hintermannes vor“ [7] oder im Artikel: „Aus dem Westen droht Gefahr für Kurz“ [8].

Wer aber glaubt, im Zeitalter des Internets mit solchen Verschleierungsmanövern die Öffentlichkeit hinters Licht führen zu können, der irrt sich gewaltig. Spätestens wenn der Haupttäter und Dreh- und Angelpunkt Julian Hessenthaler gefunden wird, wird die deutsche Regierung in Erklärungsnot geraten und bitter für ihren mutmaßlichen Regierungsumsturz in Österreich bezahlen.

Immer vorausgesetzt der Chef der Münchner Konsic GmbH erleidet vorher nicht einen tragischen „Selbstmord“ oder fällt einem tödlichen „Unfall“ anheim, wie dieses Land das in den politischen Affären Barschel und Möllemann bereits in der Vergangenheit erlebte. Denn auch politischer Mord gehört in Deutschland seit langem zum Geschäft. Und auch das ist eine Tatsache.

Walter Ehret – 24-05.2019

Quellen:

[1] OE24.TV – Sondersendung – Wer steckt hinter dem Ibiza-Video?

[2] Rechtsanwalt Dr. Ramin Mirfakhrai – Homepage:

http://www.mirfakhrai.at/de/home/

[3] Homepage der Konsic GmbH München mit Hinweis auf BKA und Bundesinnenministerium:

https://konsic.com/?fbclid=IwAR2aJH_LFFUqHHstD_JksGrwd5oy3WieSiL7ip1t3bNcw18qrqwF-ni_69w

[4] NTV – Offenkundig wird hier versucht, Wahlen zu manipulieren:

https://www.n-tv.de/mediathek/videos/politik/Offenkundig-wird-hier-versucht-Wahlen-zu-manipulieren-article21035713.html

[5] Cicero – War es der Mossad?:

https://www.cicero.de/aussenpolitik/heinz-christian-strache-video-johannes-gudenus-ibiza-israel-mossad

[6] Bildzeitung – Löste Böhmermann das Ösi-Beben aus?

https://www.bild.de/politik/inland/politik-inland/oesterreich-jetzt-also-doch-boehmermann-loeste-das-ibiza-beben-aus-62116136.bild.html

[7] Die Welt – Bundesregierung geht gegen Firma des angeblichen Hintermannes vor:

https://www.welt.de/politik/deutschland/article194080009/Strache-Video-Deutsche-Bundesregierung-geht-gegen-Firma-des-angeblichen-Hintermannes-vor.html

[8] Die Welt – Aus dem Westen droht Gefahr für Kurz

https://www.welt.de/politik/ausland/article194062525/Oesterreich-Der-alte-Schlag-kann-Kurz-gefaehrlich-werden.html?fbclid=IwAR3y9VQPwsjx_LES8cBEiqyagtipab07BTa453qQemyXrGB4f8k94XHqmoc

Weitere wichtige Quellen:

[9] HC Strache – Persönliche Erklärung zur Ibiza-Affäre und Strafantrag – Video:

[10] Bildzeitung – Hat DIESER Wiener Anwalt

Strache in die Falle gelockt?

https://www.bild.de/politik/ausland/politik-ausland/oesterreich-heisse-spur-im-ibiza-beben-war-es-dieser-anwalt-62095558.bild.html

[11] OE24.TV – TV-Duell Kurz gegen Strache: